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Zimt

Die Kulturgeschichte von Zimt reicht weit in die Vergangenheit zurück. So fand Zimt vermutlich schon vor 5000 Jahren im alten China als Gewürz Verwendung. Durch den portugisischen Seefahrer Vasco da Gama, dem Entdecker des Seewegs nach Indien, gelangte Zimt erstmals im Jahre 1502 nach Europa, wo es bald eines der kostbarsten Gewürze wurde. Hinter der Eroberung von Ceylon im Jahr 1536 durch die Portugiesen stand das Ziel das lukrative Monopol auf den Handel mit Zimt zu erlangen. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Zimt der wichtigste Exportartikel Ceylons.

Über die Kostbarkeit von Zimt gibt es eine interessante Überlieferung, nach welcher der Kaufmann und Bankier Anton Fugger die Schuldscheine des deutschen Kaisers Karl V. in einem Feuer aus Zimtstangen verbrannte. Anton Fugger gilt als einer der reichsten Männer der Geschichte und ob Wahrheit oder Legende, die symbolische Kraft dieser Handlung ist enorm.

ZimtHerkunft und Herstellung von Zimt

Zimt gehört zur Famillie der  Lorbeergewächse (Lauraceae). Man unterscheidet zwischen Zimt vom Ceylon-Zimtbaum und dem etwas schärferen chinesischen oder Cassia-Zimt. Ursprünglich wurde Zimt von wild wachsenden Bäumen gewonnen. Erst seit Ende des 18. Jahrhundert , also seit relativ kurzer Zeit, gemessen an der Kulturgeschischte des Gewürzes, wird Zimt auch gezielt angebaut. Zur Herstellung von Zimt wird die Rinde des Zimtbaumes von den äusseren Schichten befreit. Die Rinde rollt sich beim Trocknen dann von selbst nach beiden Seiten zusammen. Je dünner die Rinde geschnitten wird, desto geringer ist die Ausbeute und umso feiner ist das Aroma und Qualität. Die uns bekannten Zimtstangen bestehen aus bis zu zehn Lagen der Rinde, die zusammengeschoben und getrocknet werden. Als Gewürz findet man Zimt vor allem in süssen Speisen und Getränken, z.B. Gebäck, in Glühwein oder in indischen Gewürztees. Bei uns findet man vor allem Zimtstangen und Zimt in gemahlener Form im Handel. In den Herkunftsländern werden auch die Zimtblätter, ähnlich wie bei uns Lorbeerblätter, zum verfeinern von Gerichten verwendet.

Zimt als Heilmittel und Aphrodisiakum

Zimt hat einen angenehmen Duft und eine wärmende Wirkung. In der Ayurveda-Lehre spielt Zimt als Gewürz eine wichtige Rolle. Auch in der europäischen Volksmedizin wurde Zimt traditionell bei Erkältungen, Grippe, Arthritis und Rheuma verwendet. In einer amerikanischen Studie wurde ausserdem festgestellt, dass geringe Mengen an Zimt im Essen den Blutzuckerspiegel senken können. Weiterhin gilt Zimt als leichtes Aphrodisiakum, speziell der Duft von Zimt soll aphrodisierend wirken.

Ätherisches Zimtöl

Unter Zimtöl wird meistens das ätherische Öl verstanden, das direkt in den Plantagen auf Ceylon aus bei der Gewürzproduktion verbleibenden Rindenresten durch Wasserdampfdestillation gewonnen wird. Die exaktere Beschreibung ist Zimtrindenöl. Frisches Zimtrindenöl ist farblos bis blaßgelb, leicht dickflüssig und wird mit dem Alter rötlichgelb bis bräunlichrot. Es wird unter der Fachbezeichnung Cinnamomi aetheroleum oder genauer als Cinnamomi zeylanici aetheroleum gehandelt und wird in der Parfüm- und Duftherstellung verwendet.
Nicht zu verwechseln ist es mit Zimtblätteröl, das Blättern des echten Zimtbaums hergestellt wird. Dieses ist braun, riecht durchdringend und besteht zum größten Teil aus Eugenol. Weiterhin wird, überwiegend in China, aus der Zimtkassie das sogenannte Cassiaöl hergestellt. Cassia-Produkte haben immer wieder wegen der Überschreitung der Höchstwerte für das gesundheitsschädliche Cumarin Schlagzeilen gemacht.

Alle Zimtöle rufen wegen ihres Gehaltes an Zimtaldehyd häufiger Allergien hervor und sind deklarierungspflichtige Bestandteile in Kosmetika.

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