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Weihrauch

WeihrauchAus dem Weihrauchbaum (Boswellia) wird ein Harz, der Weihrauch (Olibanum) gewonnen. In der zur Familie der Balsambaumgewächse (Burseraceae) gehörenden Pflanzengattung werden vier verschiedene Arten unterschieden: Arabischer Weihrauch (Boswellia sacra), Elemi-Weihrauch (Boswellia fereana), Äthiopischer Weihrauch (Boswellia papyrifera) und Indischer Weihrauch (Boswellia serrata). Alle Arten wachsen unter ähnlichen klimatischen Bedingungen an der Grenze zwischen Wüsten und Gebirgsregionen in verschiedenen Regionen der Erde: um das Horn von Afrika, in Süden Arabiens und in Indien. Nicht zu verwechseln ist Weihrauch mit Myrrhe, die mit diesem zwar verwandt ist aber zu einer anderen Gattung gehört.
Gewonnen wird Weihrauch als weißes Gummiharz. Ähnlich wie bei der Gewinnung von Katschuk wird die Rinde der Bäume eingeschnitten, und das austretende Harz gesammelt und getrocknet. Aus diesem Harz wird durch Wasserdampfdestillation ein ätherisches Öl, das Weihrauchöl gewonnen. Arabisches Weihrauchöl hat einen süssen und balsamischen Duft, indisches Weihrauchöl dagegen riecht leichter und hat sogar eine zitronige Komponente.

Historische Anwendungen von Weihrauch

WeihrauchWeihrauch ist ein uraltes Heilmittel, dass seit mehr als 5000 Jahren eingesetzt wird. In der indischen Ayurveda Heilkunde wird das Weihrauch-Harz in Ölen, Pflastern und Pulvern verwendet. In historischen heilkundlichen Schriften werden die Anwendungen bei rheumatischen Erkrankungen, Atemwegsinfaktionen und Hautkrankheiten beschrieben. Auch bei den alten Ägyptern wurde Weihrauch nachweislich medizinisch verwendet, ebenso in der persischen Hakim Avicenna, wo die Einnahme von Weihrauchharzperlen zur „Stärkung von Geistes und Verstand“ empfohlen wird. Diese gedächtnis- und lernsteigernde Wirkung wurde übrigends tatsächlich an der Medical University of Isfahan im Iran bestätigt. In der mittelalterlichen Heilkunde bis ins 19. Jahrhundert wurde Weihrauch in Europa häufig zur Behandlung von rheumatischen Beschwerden verwendet. In den letzten Jahren wurde die Zusammensetzung von Weihrauch wissenschaftlich untersucht, und man stiess im Weihrauch-Harz auf hohe Konzentrationen von Boswelliasäure, eine Substanz, die effektiv gegen chronische Entzündungen wirkt.

Weihrauch in Kult und Religion

Bekannter ist Weihrauch aber als Räucherwerk bei Kulthandlungen verschiedener Religionen. Als aromatisch duftendes Räucherwerk wurde seit dem Altertum in Tempeln und bei Ritualen und Kulthandlungen verwendet und galt als reinigend und desinfizierend. Oft wird Weihrauch zusammen mit anderen Räuchermitteln wie z. B. Myrrhe verwendet. Entgegen allen Gerüchten konnten bisher aber keine psychoaktive Stoffe mit "bewusstseinserweiternder Wirkung" im Weihrauch nachgewiessen werden.

Weihrauch als Duftstoff und in der Kosmetik

Ätherisches Weihrauchöl wird wegen seinem Duft in der Parfumindustrie und bei der Herstellung von Kosmetik verwendet. Es soll ausserdem belebend wirken und wohltuend bei fettiger, alternder und rissiger Haut sein.

Tipp: Weihrauch verdampfen statt Räuchern

Bei der Verbrennung von Weihrauch entstehen krebserregende Benzpyrene, deshalb ist von der Verwendung als Räuchermittel in geschlossenen Räumen abzuraten. Statt den Weihrauch zu verbrennen kann man ihn aber verdampfen, indem man Weihrauch-Harz ohne Wasser in das Schälchen einer Duftlampe legt.

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