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Seife selber machen

Seife selber machen ist ein spannendes Hobby, dessen Ergebnisse schöne Geschenke für viele Gelegenheiten sind. Für Anfänger eignen sich die sogenannten Gieß oder Glyzerinseifen, da diese besonders einfach und völlig gefahrlos herzustellen sind. Technisch gesehen handelt es sich bei den Glyzerinseifen aber nicht um Seifen im eigentlichen Sinne. Seifenschaum und Waschwirkung dieser "Seifen" sind auf künstliche Tenside zurückzuführen. Trotzdem kann man so sehr hübsche Geschenke herstellen, für deren Dekoration keine Grenzen gesetzt sind. Wenn die Seifen beduftet werden sollen, ist darauf zu achten nur für Kosmetik zugelassene Düfte zu verwenden, da für andere Zwecke vorgesehe Duft- und Parfumöle aber auch natürliche ätherische Öle hautreizende Stoffe und Allergene enthalten können.

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Richtige Seife entsteht dagegen aus der Verseifung von Fetten und Ölen durch Lauge. Die bei der Herstellung von Seife verwendete Natronlauge ist hochgradig ätzend und muss mit äußerster Sorgfalt gehandhabt werden, da sie an Haut und Augen verheerende Schäden anrichten kann. Auch muss der Anteil an Lauge exakt berechnet werden, damit die fertige Seife aufgrund überschüssiger Lauge nicht hautreizend oder gar ätzend ist. Für die Berechnung der genauen, für die Verseifung der jeweiligen Öle notwendigen Mengen NaOH (Natriumhydroxid) kann, ohne Gewähr, diese Verseifungstabelle herangezogen werden. Wir raten zum hobbymäßen Seife selber machen ohne entsprechende Ausrüstung und Erfahrung von der Handhabung solch gefährlicher Chemikalien ab und empfehlen für Anfänger zunächst die unproblematischere Herstellung von Gießseife.

Einfaches Seifen Rezept zum Seife selber machen

Wer dennoch echte Seife selber machen will, sollte sich zuerst gut informieren und für die nötigen Sicherheitsvorkehrungen sorgen. Für erste Experimente empfehlen wir dieses einfache Seifen-Rezept aus Pflanzenöl, was etwa 1,3 kg Seife ergibt.

Ein besonderes Anliegen bei der Seifenherstellung ist uns der Verzicht auf Palmöl, Palmkernöl bzw. Palmfett. Gerade der Anbau von Palmöl bedroht die tropischen Regenwälder in Indonesien in katastrophalen Ausmaßen, mit entsetzlichen Folgen für die Tierwelt, insbesondere der wenigen, dort freilebenden Orang Utans. Auch Palmöl aus kontrolliert biologischem Anbau ist für uns keine Alternative.
Bitte informieren Sie sich über dieses Thema, z.B. auf der Homepage der Borneo Orangutan Survival Deutschland, diesem Spiegel-Artikel oder hier bei Greenpeace.

Zutaten für das einfache Seifenrezept

Das Basisrezept für eine einfache Pflanzenölseife basiert auf drei pflanzlichen Ölen zu folgenden Anteilen:

Die Mengen sind so berechnet, dass die Seife gut überfettet sein wird, d.h. sie enthält noch unverseifte Öle, was die Seife milder macht, und der die Hautaustrocknung beim Waschen reduziert. Seifen, die wie in diesem Rezept ausschließlich mit natürlichen Inhaltsstoffen hergestellt werden, bezeichnet man auch als Naturseife.

Vorbereitungen, Hilfsmittel und Werkzeuge

Seifensieder müssen sich stets bewusst sein, dass sie mit gefährlichen Stoffen hantieren. Alle Gefäße, Werkzeuge und Hilfsmittel müssen griffbereit sein. Besonders wichtig: alle Gefäße müssen groß genug sein. Auch wenn man selbst gut vorbereitet ist und alle Sicherheitsvorkehrungen beachtet, kann es immer noch passieren, dass Kinder oder Haustiere dazwischenlaufen, während man konzentriert bei der Arbeit ist. Deshalb im Voraus dafür sorgen, dass dies nicht passieren kann. Folgende Werkzeuge bereitlegen:

  • Ein großer, möglichst hoher Topf für 3-4 Liter Inhalt aus rostfreiem Edelstahl
  • Ein kleiner Topf zum Mischen der Laugenlösung. Ebenfalls aus rostfreiem Edelstahl mit Ausgießer um das Verschütten von Lauge zu vermeiden
  • Einen Kochlöffel aus Holz oder rostfreiem Stahl zum Umrühren der Seifenmasse
  • Ein Stabmixer (darf keine Aluteile enthalten)
  • Ein Küchenthermometer mit Messbereich bis 100° C
  • Ein Gefäß aus Plastik oder Glas um die Lauge abzuwiegen
  • Eine Küchenwaage mit Messtoleranz 1g
  • Eine Seifenform aus Holz oder Kunststoff. Bei Verwendung von Kunststoffformen ist darauf zu achten, dass diese bis 100 ° C hitzebeständig sein müssen. Die Form sollte zerlegbar sein, um die fertige Seife leicht herauslösen zu können, alternativ kann man die Form auch mit einer Plastikfolie auslegen. Eine Holzform muss in jedem Fall mit Plastikfolie ausgelegt werden.

Sicherheitsvorkehrungen

Haut und Augen schützen. Während der Arbeit tragen:

  • Schutzbrille. Selbst ein winziger Laugenspritzer im Auge kann schlimmste Folgen haben (Erblindung!)
  • Gummihandschuhe (nicht die dünnen aus dem erste Hilfe Koffer sondern die dickeren zum Putzen)
  • Plastikschürze

Die Hobby-Seifenküche muss mindestens folgende Voraussetzung erfüllen:

  • Ein Waschbecken mit fließend Wasser muss in unmittelbarer Nähe sein, um Laugenspritzer sofort mit kaltem Wasser abwaschen zu können.
  • Der Raum muss zur Durchlüftung ein Fenster haben, da beim Anrühren der Laugenlösung ätzende Dämpfe entstehen.
  • Ausreichend Küchenrolle zum Abwischen von Seifenresten bereithalten. Achtung: die rohe Seifenmasse ist selbst auch ätzend.

Seife herstellen

Die Pflanzenöle bzw. das Pflanzenfett werden in dem großen Topf erwärmt bis alle flüssig sind. In der Zwischenzeit die Laugenlösung herstellen, indem die weißen Kristalle im destilliertem Wasser aufgelöst werden. Achtung: NIEMALS das Wasser über die Lauge gießen, stehts die Lauge langsam ins Wasser geben. Anderenfalls kann es zu Verpuffungen und Herumspritzen der gefährlichen Lauge kommen.

Die Lösung wird sich stark erwärmen und ätzende Dämpfe bilden. Für Durchlüftung sorgen und die Dämpfe nicht direkt einatmen.

Die heiße Laugenlösung vorsichtig in den Topf mit dem Öl, das immer noch 50 - 60 ° C warm sein sollte, gießen. Dadurch bildet sich eine sofort eine milchige Masse. Mit dem Stabmixer oder dem Rührlöffeln stetig rühren, bis die Seifenmasse puddingartig dick wird. Die Masse ist fest genug, wenn man mit Löffel darauf  "schreiben" kann, d.h. Spuren hinterlässt. Nun wird die Masse in die Seifenform gegeben und bleibt mindestens 48 Stunden in der Form. Die Verseifung, der Prozess,  der die Öle in Seife umwandelt, findet in der Seifenform weiter statt. Durch diese chemische Reaktion wird der Laugenanteil nach und nach geringer. Die fertige Seife sollte einen pH-Wert zwischen 8,5 und 9, nicht über 10 haben.

Nach dem Reifen die Seife aus dem Block nehmen, und in handliche Stücke schneiden. Die Seifenstücke müssen vor der Verwendung noch mindestens einen Monat an einem dunklen, kühlen und durchlüfteten Ort trocknen. In dieser Zeit verlieren sie einiges an Volumen und Gewicht, werden dadurch aber fester und ergiebiger.

 

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